Es ist der erste Donnerstag der Sommerferien, da erinnerten sich 150 Menschen, dass traditionell in der Eilshauser Kirche um 19:30 Uhr Konzerte stattfinden. Und tatsächlich auch dieses Jahr gibt es den Musiksommer. Er startete mit dem Konzert „Amadeus und seine Freunde“. Als erste Frage drängt sich vielleicht auf: „Wer ist Amadeus?“. Das lässt sich leicht beantworten. Amadeus ist ein Stoffaffe und das Maskottchen vom Haus der Musik, der Brücken zwischen jung und alt baut und den Abend auf dem Klavier verfolgte. Die nächste Frage muss dann noch lauten: „ Wer sind seine Freunde?“.
Heute Abend handelte es sich hierbei um Maximilian Dilge mit seiner Querflöte, Sonja Heidbrink mit ihrer Altblockflöte, Kathrin Bröker mit ihrer Oboe, Jana Schmidt mit dem Violoncello und Andreas Lechtermann am Klavier und dem Orgelpositiv.

Unter dem Motto „A Prayer for Peace“ wurde das Konzert mit dem gleichnamigen Stück von John Rayboldt durch die Musik von Querflöte und Klavier eröffnet. Diese moderne Komposition zeichnet sich durch seine melodische Art und den durchgehenden musikalischen Bögen aus. Ein Moment, um anzukommen, inne zu halten und den Abend friedvoll zu beginnen.
Anschließend gab es einen Zeitsprung in den Barock. Die Sonate Nr. 1 in vier Sätzen von Benedetto Marcello für Altblockflöte und Basso continuo war zu hören. Der Basso continuo ist typisch für die Epoche des Barocks und ist ein Generalbass, der die Grundlage bildet für die führenden Melodien anderer Instrumente. Den Abend über wurde der Basso continuo von dem Violoncello und dem Orgelpositiv übernommen. Der Klang der Altblockflöte schwebte über den harmonischen Bass und löste über die Sätze hinweg Gefühle der Sehnsucht, der Hoffnung und des Trostes aus.
Als nächstes folgte die Cello-Sonate in d-Moll op. 8 Nr. 3 in fünf Sätzen von Wilhelm de Fesch. Diesmal spielte nur das Orgelpositiv den Generalbass und das Violoncello legte die Musik darüber. Eine stimmige Verbindung der Instrumente, die zum Träumen einluden und zum Tanz aufforderten. Doch die Besucher verweilten wie gebannt auf ihren Plätzen und lauschen den schönen Klängen. Sogar die Sonne wurde zwischen den Wolken hervor gelockt und erhellte die Kirche.
In der Sonate Nr. 1 in vier Sätzen von Francesco Geminiani zeigte die Oboe über dem Basso continuo welche Vielfalt sie zu bieten hat. Von harmonischer Friedfertigkeit bis hin zur anklagenden Spannung war alles zu hören und das Publikum genoss diese Besonderheit.
Bei den letzten beiden Stücken Chaconne von Henry Purcell und Quartettino von Alessandro Scarlatti waren alle Instrumente gemeinsam zu hören. Dabei zeigten die Musikerinnen und Musiker wie wundervoll ihre Instrumente sich ergänzen und zusammen klingen, aber auch, wie sie sich gegenseitig die Melodie übergeben und ein Wetteifern Teil der Stücke war.
Nach einem tosenden Applaus durften sich die Besucherinnen und Besucher über eine spontane Zugabe freuen und verließen begeistert das erste Konzert mit dem Vorsatz auch nächste Woche wieder zu kommen.




