„Mein Herz ist wie die dunkle Nacht“ – Ein Liederabend

In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre in der Eilshauser Kirche fanden sich am 07.08.2025 die Besucherinnen und Besucher des Liederabends mit Stücken aus der Epoche der Romantik ein. 

Andreas Lechtermann begrüßte das Publikum und stellte erst das neue Maskottchen, den Stofftieraffen Amadeus, vor. Er ist das neue Aushängeschild und soll die Brücke auch zu den ganz jungen und junggebliebenen Menschen schlagen. Unter begeisterten Applaus betraten dann Evelyn Krahe und Borys Sitarski den Altarraum. Doch wer dachte, dass die Musiker nun direkt anfingen, irrte sich. Stattdessen erklang eine Stimme aus dem Off.

Zunächst wurde ein Text vorgelesen, der in die Kunstlieder des ersten Blocks einführte und dem Publikum den Hinweis gab, dass erst nach einem Block Applaus gewünscht sei. Tapfer hielten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer an die Bitte den Drang, auch zwischendurch vor Begeisterung zu klatschen, zu unterdrücken.

Als erstes sang Evelyn Krahe begleitet am Klavier von Borys Sitarski die kurzen Werke „Mein Herz ist wie die dunkle Nacht“, „Der Fichtenbaum“ und „Das alte Lied“ von Eduard Lassen. Damit wurde sofort die Seltenheit dieser Musik in der Gegenwart deutlich und entführte die Menschen in die Naturbilder mit leisen, zarten Momenten. Clara Schumanns Stücke „Liebst du um Schönheit“ und „Die gute Nacht“ ließen die bedingungslose Zuneigung und Liebe spüren. Die Besonderheit der ersten Liebe vermittelten die Lieder „Seit ich ihn gesehen“ und „Er, der herrlichste von allen“ von Robert Schumann.

Der zweite Block begann mit dem bekannten Stück „Du bist die Ruh“ von Franz Schubert. Anschließend erklang sein „Gretchen am Spinnrad“, welches Goethes verzweifeltes Gretchen widerspiegelte. Klar und deutlich konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer das Spinnrad durch die Klaviermusik hören.

Natürlich durfte in dem Programm Johannes Brahms nicht fehlen. „Sapphische Ode“, „Die Mainacht“ und „Von ewiger Lieber“ zeichneten kleine Szenen des Lebens, wie Momente der Ruhe, Leidenschaft, Sehnsucht und die Stärke der Liebe nach.

Der letzte Block war Richard Wagner gewidmet. Inspiriert von den Gedichten von Mathilde Wesendonck schrieb er die „Wesendonck-Lieder“.  Die Stücke „Der Engel“, „Schmerzen“ und „Träume“ vervollständigten das Programm des Liederabends. Sie zeigten verschiedene Momente der Geborgenheit, des spürbaren Schmerzes und am Ende der Sehnsucht auf.  

Die klangvolle Stimme von Evelyn Krahe und das virtuose Klavierspiel von Borys Sitarski würdigte das Publikum mit begeistertem Applaus, so dass sie sich über die Zugabe „Du Ring an meinem Finger“ freuen durften. Das perfekte Zusammenspiel der Beiden wurde am Ende mit Standing Ovation belohnt.

Die vorgetragenen Stücke waren allesamt Kunstlieder, die sich dadurch auszeichnen, dass Dichtung und Musik zusammentreffen und die Intimität der Kammermusik auf große Gefühle trifft. Genau diese Intimität war während des Konzertes auch in der Eilshauser Kirche zu spüren. Eine Rosine des Musiksommers, denn die Musik ist in dieser Form eine Seltenheit und fand auf dem Dorf großen Anklang und Zuspruch.