Im Mittelpunkt des 3. Konzertes des Eilhauser Musiksommer am 06.08.2026 stand die Speith-Orgel der Eilshauser Kirche. Sie stammt aus Rietberg, wie der Virtuose Engelbert Schön, der ihr die wundervollen Töne entlockte.
Das Konzert starte mit der „Overtüre zur Drottningholm-Musiken“ von Johann Helmich Roman. Dieses Stück wurde ursprünglich für ein Orchester komponiert und durch die Vielzahl der Instrumente verdeutlichte der feierliche, schnelle Klang, dass es sich um ein höfisches Werk handelte, da Drottningholm der Sitz der schwedischen Königsfamilie ist.
Anschließend war die „Sonate in F-Dur“ mit drei Sätzen von Carl-Philipp-Emanuel Bach zu hören. Dieses Werk zeichnet sich dadurch aus, dass es nur mit den Manualen ohne die Pedale gespielt wird. Die Melodien glichen einer Unterhaltung zweier Menschen. Denn im Wechsel wurden das obere und dann das untere Manual mal laut mal leise gespielt.
Eine Besonderheit brachte Engelbert Schön auch mit. Letztes Jahr wurden zwei Orgelwerke von Johann Sebastian Bach vorgestellt, die vermutlich aus seinen Anfängen als Komponist stammen. Über „Chaconne in d-Moll“ und „Chaconne in g-Moll“ durften sich die 100 Zuhörerinnen und Zuhörer, von denen sicherlich einige die Stücke noch nicht kannten, freuen. Sie wurden unterbrochen durch die Choralbearbeitung zu „Liebster Jesu, wir sind hier“. Die Chaconne zeichneten sich durch schnelle Melodien und stetigen Registerwechsel aus. Damit das Publikum auch das Geschehen an der Orgel nicht verpasste, sorgte Ralf Ellersiek für eine Live-Übertragung auf eine Leinwand im Altarraum.
So konnten die Besucherinnen und Besucher auch sehen, dass Engelbert Schön von seiner Ehefrau unterstützt wurde, die für ihn die Register zog oder auch die Notenseiten umblätterte.
Auch eine andere Besonderheit war durch das Übertragung zu sehen. Regelmäßig werden die Pedale mit Tanzschuhen, die auch an den Fersen eine Ledersohle haben, gespielt. Engelbert Schön hingegen spielt sie in Socken.
Nach den neuartigen Werken widmete sich der Künstler nun dem Titel entsprechend dem Sommer.
In Erland von Kochs „Sommarpastoral“ stand im Zentrum die Oboe. Verschiedene Vögel lieferten sich einen melodischen Wettstreit. Anschließend war das „Flower-Duet“ aus der Oper „Lakme“ von Léo Delibes, welches eigentlich für zwei Frauenstimmen und einem Orchester geschrieben wurde, zu hören. Den Sommerblock komplettierte das Werk „A Song of Sunshine“ von Alfred Hollins, der obwohl er blind war, eine Vielzahl von Werken schrieb.

Zum Schluss wurde es humoristisch. Von Denis Bédard erklang die „Cat-Suite“, die der Katzenliebhaber seinen Katzen widmete. Die Prrrelude, Cats at play, Catnap und Toc-cat-ta, die alleine wegen der Schreibweise erwähnt werden müssen, füllten die Kirchraum. Schloss man seine Auge konnte man tatsächlich Katzen schnurren hören, sich vorstellen, wie sie spielten oder einfach vor sich hin dösten.
Mit einem tosenden Applaus und Standing Ovation honorierte das Publikum die herausragende Leistung des Künstlers und das vielfältige Programm. Anschließend durfte es sich über eine Zugabe freuen und die Menschen verließen auf den Sommer weiter eingestimmt die Kirche.




