Experiment Kirche: Hier klingt plötzlich die ganze Welt

Vinorosso nimmt das Publikum beim Eilshauser Musiksommer mit auf eine ungewöhnliche musikalische Reise

Regnerisches Wetter lud am 20.08.2026 zum Verweilen in der stimmungsvoll beleuchteten Eilshauser Kirche ein. 

Den Abend gestaltete eine Triobesetzung des Ensembles vinorosso. Entgegen des Namens wurde kein Wein getrunken, sondern musiziert. Florian Stubenvoll entlockte der Klarinette, Miroslav Grahovac dem Bajan-Akkordeon und Mike Turnbull der Percussion-Auswahl in der Kirche seltene Töne.

Musik vom Mittelmeer bis zum schwarzen Meer war der Untertitel des Konzertes und auf diese Reise nahmen die Musiker das Publikum im vollen Kirchenschiff mit. Es waren verschiedene Tänze und fröhliche Hochzeitsstücke zu hören, aber auch ein Gebet und ruhige Sehnsuchtsorte wurden beschrieben. 

Hüpfend begann es mit einem polnischen „Skotchne“, führte weiter nach Serbin, über Frankreich nach Rumänien, von Mazedonien nach Aserbaidschan, Georgien und Albanien. Viele verschiedene Länder mit vielen verschiedenen Stücken, aber doch mit einem ähnlichen Klang. Durch die kurzen, aber vielen Lieder hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer jedes Mal die Chance sich erneut auf die für eine Kirche ungewöhnlichen Klänge einzulassen. Und es wurde mitgefühlt. Einige schlossen die Augen und lauschten den oft flotten und schwungvollen, aber auch sehr harmonischen Melodien. Andere wippten stetig mit, einige standen auf, um sich im hintern Teil der Kirche zu bewegen und wieder andere reckten die Köpfe, um die seltenen Instrumente zu sehen. So wurde die klassische Klarinette mit einem Flötenaufsatz gespielt und klang dadurch hauchender und dezenter. Daneben gab es eine Metallklarinette in G und ein Tarogato, ein ungarisches Instrument, das vom Klang her einem Sopransaxophon ähnelt.

Eine weitere Besonderheit spielte Mike Turnbull solistisch. Ein Berimbau kam zum Einsatz und alle staunten gespannt auf das Instrument. Optisch sah es wie ein Bogen zum Bogenschießen mit einer Holzkugel im unteren Bereich aus. Diese seltene brasilianische Percussion wird sicherlich nicht so schnell wieder in der Eilshauser Kirche zu hören sein und jeder, der nicht da war, hat etwas verpasst.

So lässt sich auch das ganze Konzert beschreiben. Wer nicht da war, hat etwa verpasst. Es war besonders. Besondere Musikinstrumente, besondere Klänge und besondere Musiker, die gekonnt zeigten,  dass auch so eine Art der Musik in der Kirche zu Hause sein kann.