Paul Gerhardt einmal anders: Die erste SPIRIT LOUNGE in der Dorfkirche Eilshausen
Es war ein Abend, an dem vieles zusammenpasste: die besondere Atmosphäre der Dorfkirche, die stimmungsvolle Lichtgestaltung, nachdenkliche Texte und vor allem viel Musik, die überraschte und Freude machte.
Mit der ersten SPIRIT LOUNGE unter dem Titel „Paul Gerhardt – Lieder zwischen Himmel und Erde“ gab es in der Dorfkirche Eilshausen ein neues Stück Dorfkultur zu erleben. Pfarrer i. R. Dr. Rolf Stieber brachte die Gedanken und Texte ein, der CVJM-Posaunenchor unter der Leitung von Andreas Lechtermann sorgte für die musikalischen Akzente.
Dabei ging es bewusst nicht um große Choralvorspiele oder musikalischen Schnickschnack. Lechtermann hatte für die sechs Paul-Gerhardt-Lieder schlichte Choralsätze ausgewählt. Gerade dadurch konnten die Melodien und Texte für sich sprechen. Und sie klangen an diesem Abend durchaus anders, als man sie vielleicht vom sonntäglichen Gottesdienst kennt: schwungvoll, lebendig und voller Freude.

Bei „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne“ konnte man fast den Eindruck gewinnen, dass die Sonne tatsächlich durch die Fenster in die Kirche schien. Paul Gerhardts Lieder erzählen eben nicht nur von Trost, Leid und Vergänglichkeit. Sie stecken auch voller Lebensfreude, Dankbarkeit und Zuversicht. Und genau das war an diesem Abend zu hören.
Für überraschende Kontraste sorgten die modernen Musikstücke. Von John Rutter über einen Blues bis hin zu Musik von Michael Jackson spannte sich der musikalische Bogen weit über die Welt des Kirchenliedes hinaus. Die Wechsel zwischen den Chorälen, den Texten von Rolf Stieber und den modernen Klängen machten den Reiz des Abends aus. Es musste nicht alles erklärt werden. Vieles erschloss sich einfach beim Zuhören.
Und dann wurde es mitten im Oktober plötzlich Weihnachten. Als „Ich steh an deiner Krippen hier“ erklang, entstand eine ganz eigene Stimmung. Der Gesang erinnerte an einen Heiligabend in der Kirche – vertraut, innig und voller Wärme. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen.
So wurde die erste SPIRIT LOUNGE zu einem Abend, der nicht von großen Effekten lebte, sondern von der Verbindung aus Musik, Wort, Licht und Raum. Die Dorfkirche zeigte sich dabei als ein Ort, an dem Tradition lebendig bleiben und Neues seinen Platz finden kann.

Paul Gerhardts Lieder sind mehrere Jahrhunderte alt. Doch an diesem Abend klangen sie alles andere als verstaubt. Sie waren fröhlich, nachdenklich, manchmal überraschend und immer wieder ganz nah am Leben.
Ein schöner Auftakt für ein neues Format der Dorfkultur – und ein Abend, der sicher noch ein wenig nachklingt.




