Es ist wieder soweit. Die lieb gewonnene Tradition des Musiksommers in der Eilshauser Kirche ist zum fünften Mal gestartet. Bereits um 19:00 füllte sich die stimmungsvoll beleuchtete Kirche. Die Vorfreude auf das erste Konzert war deutlich zu spüren. Es wurde sich begrüßt, gemurmelt oder einfach still das Ambiente genossen bis das Konzert begann. Die Besucherinnen und Besucher freuten sich, dass es 2025 auch wieder einen Musiksommer gibt und immer mehr Menschen strömten in die Kirche. Viele bekannte und auch einige neue Gesichter waren zu sehen. Als die Türen geschlossen wurden und Kim Pastor die Anwesenden begrüßte, saßen 120 Leute in der Kirche verteilt. Gleich das erste Konzert war gut besucht, obwohl das Wetter nicht dazu einlud die Wohnung abends noch zu verlassen.
Eva Roebers setzte sich ans Klavier und Willi Budde eröffnete die Musikreihe mit ihrem Programm „Nicht für jeden“ mit einem Posthornsignal „Ankunft und Abfahrt der Couriere“ von 1828. Anschließend erklärte er, dass dieses Signal bei der preußischen Reichspost verwendet wurde. Dem Signal konnte entnommen werden, dass es sich um einen Personentransport mit vier Pferden und zwei Wagen handelte. Faszinierend welche Kommunikation im 19 Jahrhundert genutzt wurde, die in der heutigen Zeit in Vergessenheit geraten ist.
Anschließend durfte man das Klavier hören und die nächste Kuriosität, das Klappenhorn, entdecken. Wie der Name schon vermuten lässt, besaß das Instrument Klappen, den Vorgängern der Ventile. Mit dem „Thema und Variationen“ von Albert Lortzing konnten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer von dem harmonischen Zusammenspiel der beiden Musiker überzeugen und den Tonumfang des Klappenhorns kennenlernen.
„Die Post im Walde“ von Heinrich Schäfer spielte Willi Budde auf einem Posthorn mit Pumpventilen. Der helle Klag des Instrumentes in dem melodischen Stück lud zum Träumen ein. Teilweise wurde das Klavier zum Echo des Signals des Posthorns.

Erneut wurde das Publikum überrascht, als das Taschen-Kornett zum Einsatz kam. Dieses 19 cm lange Instrument klag etwas gedrungen, aber das Stück „Gruß an das Herzliebchen“ von dem Soldaten Wilhelm Böhne komponierte Stück animierte die Besucherinnen und Besucher zum Mitwippen. Die schnellen Tonfolgen und bewusst eingebauten Kiekser zeichneten das Stück aus.
Die Besonderheit der Instrumente riss nicht ab. Als nächstes holte Wille Budde das Echo-Kornett hervor. Optisch ließ sich von außen nicht erkennen, dass dieses Instrument die Echofunktion inne hat. Bei dem getragenen Stück „Gruß an die Waldesrose“ von Julius Kosleck durften sich die Zuschauerinnen und Zuschauer davon überzeugen, dass es tatsächlich möglich war ein Echo zu hören. Zunächst wurde eine Phrase gespielt, die dann, durch ein Echoventil im Klang gedämpft, wiederholt wurde. Die Begeisterung für diese Kuriosität war den Menschen ins Gesicht geschrieben.
Bei dem „Gebet der Elisabeth“ aus Richard Wagners „Tannhäuser“ durften die Besucherinnen und Besuche gespannt dem Klavier lauschen. Die verschiedenen Emotionen, die während eines langen Gebets entstehen können, brachte Eva Roebers überzeugend zu Geltung. Anschließend stieg Willi Budde mit dem Kornett in das Stück „Oh, du mein holder Abendstern“ mit ein.
Das nächste Stück „Nicht für jeden“ eine Polka von Carl Höhne spielte der Blechbläser auf einem Kreuzkornett. Dabei kamen die Doppelzunge, bei der man durch eine besondere Technik die Geschwindigkeit verdoppelt, die Triolenzuge, hier wird das Tempo verdreifacht, und die Kombination aus beiden die Quintolenzunge zum Einsatz. In dem schmissigen Stück wurde der Titel gut verdeutlicht und die Besonderheiten musikalisch hervor gehoben.

Das Programm endete mit einer „Russischen Fantasie“ von Paul Wiggert für Kornett und Klavier. Nach einem tosenden Applaus durfte sich das Publikum über eine Zugabe freuen und belohnte die Musiker mit Standing Ovations.




